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Fruktan ist ein pflanzlicher Reservestoff und gehört zu den wasserlöslichen Kohlenhydraten (WSC). Besonders Gräser speichern Fruktan als Energiereserve. Der Gehalt schwankt jedoch stark und wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst – unter anderem Pflanzenart, Sonneneinstrahlung, Temperatur, Trockenstress, Düngung und Erntezeitpunkt.

Fruktan spielt bei der Entstehung von Hufrehe eine entscheidende Rolle. Experimentelle Studien konnten zeigen, dass hohe Fruktanmengen eine Hufrehe auslösen können, indem sie die mikrobielle Zusammensetzung des Dickdarms verändern, den pH-Wert absenken und Entzündungsprozesse fördern. Diese Modelle dienten wesentlich dazu, die Krankheitsmechanismen der Hufrehe besser zu verstehen (Pollitt & van Eps, 2006).

Gleichzeitig zeigt die heutige Forschung, dass die Mehrzahl der Hufrehefälle nicht durch Fruktan allein verursacht wird. Rund 90 % der Fälle stehen heute mit einer Insulindysregulation im Zusammenhang, beispielsweise beim Equinen Metabolischen Syndrom (EMS) oder bei PPID (Cushing). In diesen Fällen ist die gesamte Aufnahme nicht-struktureller Kohlenhydrate (NSC) – also Zucker und Stärke – entscheidend für die Insulinantwort des Pferdes.

Fruktan sollte deshalb immer beurteilt werden, jedoch nicht isoliert. Für die Auswahl eines geeigneten Pferdeheus sind sowohl der Fruktangehalt als auch die gesamten Zucker- und Stärkegehalte sowie die individuelle Stoffwechselsituation des Pferdes zu berücksichtigen. 

Eine Heuanalyse liefert hierfür die zuverlässigste Grundlage. Heutzutage gibt es mobile NIRS-Analysegeräte für Heu, Haylage und Gras. Da bekommt man in Echtzeit die Auswertung - also keine 10-25 Tage auf die Auswertung warten. Es ist immer von Vorteil, wenn man weiss, was man füttert, damit die Tagesration auch passend für das Pferd ist.

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