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Das Testen von Weide- und Heufutter auf Zucker (einfachen Zuckern + Stärke) und Fruktanen ist für gesundheitlich vorbelastete Pferde (z. B. mit Equinem Metabolischem Syndrom/Insulinresistenz, Cushing/PPID, adipösen Ponys oder früherer Hufrehe) eine sehr wirkungsvolle Massnahme.

Warum messen? 

Hohe Gehalte an nicht-strukturellen Kohlenhydraten (NSC = einfache Zucker + Stärke + Fruktane) in frischem Gras können bei empfindlichen Pferden eine Kaskade auslösen, die zu Laminitis/Hufrehe führt. NSC-Schwankungen hängen von Grasart, Tageszeit, Wachstumsstadium und Wetter (z. B. kühle Nächte, Trockenstress) ab, deshalb liefert ein Test verlässliche, konkrete Zahlen statt blosser Vermutungen. (extension.oregonstate.edu)

Nutzen für Risikopferde: 

Bei Pferden mit Insulinresistenz oder EMS führen hohe schnell verfügbare Kohlenhydrate zu übermässigen Insulinantworten oder zu hindgut-fermentationsbedingten Störungen (durch Fruktane), die Laminitis begünstigen. Tests helfen, Weidezeiten zu planen, gefährliche Flächen zu sperren oder gezielte Futteralternativen zu wählen. (sciencedirect.com)

Praktische Anwendung: 

Regelmässige Proben (vor allem morgens vs. abends, nach Wetterextremen oder bei neuem Aufwuchs) zeigen, wann NSC-Werte sicherer sind. Viele Extension-Services empfehlen NSC-Grenzwerte (z. B. <10–12% NSC für stark gefährdete Pferde) als Entscheidungsgrundlage. So lassen sich Weidezugang, Zeitfenster (z. B. nur frühmorgens) oder Fütterungsstrategien (low-NSC-Heu, Mähgutwahl, Heunässen) evidenzbasiert anpassen. (extension.oregonstate.edu)

  • Vermeidung sekundärer Probleme: Reduzierung von Fruktan- und Zuckeraufnahme senkt das Risiko für akute Laminitis-Episoden, hilft Gewichtskontrolle und vermindert wiederkehrende Schmerz-/Lahmheitsprobleme — das verbessert Wohlbefinden, Bewegungsfähigkeit und Prognose chronisch vorbelasteter Tiere. (safergrass.org)

  • Ergänzende Massnahmen und Hinweise: Testergebnisse sollten Teil eines Gesamtplans sein (Tierarzt, Gewichtsmanagement, bewegungsfördernde Massnahmen, geeignete Weidesorten und Management wie Teilflächen, Mähregime). Tests substituieren nicht die tierärztliche Behandlung bei akuter Hufrehe, helfen aber entscheidend bei Prävention und Reduktion von Rückfällen. (extension.oregonstate.edu)

Empfohlene Zielwerte (Orientierung)

  • Stark gefaehrdete Pferde (z. B. fruehere Hufrehe, ausgepraegte IR/EMS): NSC ≤ 10–12 % anstreben.
  • Moderat gefaehrdete Pferde: NSC 12–15 % mit Vorsicht; Managementmassnahmen erforderlich.
  • NSC ≥ 15 %: hohes Risiko — Weidezugang vermeiden.
    Hinweis: Die Gruber‑Tabelle gibt Zucker und Stärke als Einzelgroessen an; NSC kann daraus berechnet werden (NSC ≈ Zucker + Stärke [+ ggf. gemessene Fruktane, falls separat bestimmt]). Bei Unsicherheit Fruktanwerte zusaetzlich messen lassen.

Die Lösung schnell & bequem:

In Echtzeit weisst Du, ob dein Pferd auf die Weide darf: 

Nährwertanalyse direkt im Pferdestall: Wissen was drin steckt:


Legende:
NSC = „Non‑Structural Carbohydrates“ (nicht‑strukturierte Kohlenhydrate). 
  • Was es umfasst: NSC bezeichnet die schnell verfügbaren Kohlenhydrate im Futter — vor allem einfache Zucker und Stärke. Manche Labore zählen Fruktane zu den wasserlöslichen Kohlenhydraten (WSC), andere geben Fruktane separat an.
  • Übliche Rechenformel (Praxis): NSC ≈ Zucker + Stärke. Alternativ wird NSC auch als WSC (einschliesslich Fruktane) + Stärke angegeben, je nach Laborangabe.
  • Warum wichtig: NSC gibt an, wie „zuckrig“ ein Futter ist — hohe NSC‑Werte erhöhen bei empfindlichen Pferden (EMS, IR, vorherige Hufrehe) das Risiko für übermässige Insulinantworten und Laminitis.
  • Beispiel: Wenn ein Heu 6 % Zucker und 4 % Stärke hat, ist NSC ≈ 10 %.


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