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Wie viel Heu braucht mein Pferd?

Warum das Wiegen nicht genügt.
24. August 2026 durch
BEST OF HORSE HAY, Corinne Hauser

8 Kilo? 10 Kilo? 15 Kilo? Oder einfach Heu zur freien Verfügung?

Bei der Frage, wie viel Heu ein Pferd braucht, gehen die Meinungen weit auseinander. Oft hört man Faustregeln wie «1,5 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht». Andere Pferde bekommen rund um die Uhr Heu.

Aber wie viel ist denn nun richtig?

Die Antwort ist nicht ganz so einfach. Denn Pferde brauchen nicht einfach eine bestimmte Anzahl Kilo Heu. Entscheidend ist, wie viel Trockensubstanz sie aufnehmen – und was dieses Heu an Energie und Nährstoffen mitbringt.

Warum Pferde überhaupt so viel Raufutter brauchen

Pferde sind darauf ausgelegt, über viele Stunden des Tages kleine Mengen rohfaserreiches Futter zu suchen und aufzunehmen. In der Natur verbringen sie einen grossen Teil ihrer Zeit mit der Futtersuche und dem Fressen.

Das lange Kauen ist dabei genauso wichtig wie das Futter selbst. Es sorgt für Speichelbildung und beschäftigt das Pferd. Gleichzeitig liefert das Raufutter die Rohfaser, auf die der Verdauungstrakt des Pferdes angewiesen ist.

Deshalb sollte Heu oder Haylage bei den Pferden die Grundlage der Fütterung sein – und nicht das Kraft- oder Zusatzfutter.

Wie viel braucht mein Pferd?

Als Orientierung wird die Raufuttermenge meist in Prozent des Körpergewichts angegeben. Dabei sollte man allerdings genau hinschauen, ob von kg oder von Trockensubstanz in kg  gesprochen wird.

Ein häufig verwendeter Bereich liegt – abhängig von Pferd, Haltung und Fütterungsziel – ungefähr bei 1,2 bis 2.0 % des Körpergewichts als Trockensubstanz pro Tag.

Nehmen wir ein Pferd mit 500 kg Ideal-Körpergewicht. Bei 2 % wären das: 500 kg × 2 % = 10 kg Trockensubstanz pro Tag. Heu besteht aber nicht zu 100 % aus Trockensubstanz. Ein gutes, trockenes Heu hat beispielsweise 88 % Trockensubstanz (TS). Also 10 kg TS sind keine 10 kg Heu!

Das ist ein wichtiger Unterschied. Wer einfach mit Kilogramm Heu rechnet, vergleicht unter Umständen Dinge, die nicht direkt vergleichbar sind.

Noch wichtiger ist etwas anderes: Die Menge allein sagt wenig darüber aus, wie gut das Pferd damit versorgt ist. Zwei Pferde können täglich genau 10 kg TS Heu bekommen und trotzdem völlig unterschiedlich ernährt werden. Ein spät geschnittenes, strukturreiches Heu kann relativ energiearm sein. Ein früher geschnittenes Heu kann bei gleicher Menge deutlich mehr Energie und Protein liefern.

Das macht in der Tagesration einen erheblichen Unterschied. Genau deshalb funktioniert die Aussage «Mein Pferd bekommt 12 kg Heu, das müsste doch passen» nur bedingt.

Wir müssen auch wissen, was in diesen 12 kg an Inhalts- und Nährstoffen steckt.

Und was ist mit Heu zur freien Verfügung?

Heu rund um die Uhr klingt zunächst sehr pferdegerecht. Das kann es auch sein – vorausgesetzt, das Heu passt zum Pferd und zu seinem Bedarf.

Ein leichtfuttriges Pferd, das deutlich mehr Energie aufnimmt als es verbraucht, wird auch mit bestem Heu irgendwann zunehmen. Das Problem ist dann nicht unbedingt, dass das Pferd «zu viel Heu» frisst, sondern, dass Energiegehalt und aufgenommene Menge nicht zu seinem Bedarf passen.

Genau hier wird die Wahl der richtigen Heuqualität interessant.

Ein Pferd, das viel Raufutter aufnehmen soll, ohne dabei z.B. zu viel Energie zu bekommen, braucht eine andere Heuqualität als ein Pferd mit hohem Energiebedarf.

Die Lösung sollte deshalb nicht automatisch heissen: weniger Heu. Oft lohnt sich zuerst die Frage:

Braucht dieses Pferd vielleicht ein anderes Heu?

Wenn das Pferd abnehmen soll

Gerade bei übergewichtigen Pferden wird die Heumenge häufig stark reduziert. Auf der Waage sieht das zunächst logisch aus: weniger Futter bedeutet weniger Energie.

Beim Pferd hat diese Rechnung aber Grenzen.

Wird die Raufuttermenge stark eingeschränkt, entstehen längere Fresspausen. Das Pferd hat weniger Kauzeit, weniger Beschäftigung und nimmt weniger strukturreiches Futter auf. Deshalb sollte eine Gewichtsreduktion nicht einfach über möglichst wenig Heu erfolgen.

Sinnvoller ist es, die gesamte Ration und vor allem den Energiegehalt des Raufutters anzuschauen. Ein energieärmeres, geeignetes Heu kann ermöglichen, eine vernünftige Raufuttermenge anzubieten und trotzdem die Energiezufuhr zu reduzieren. Je stärker die Ration eingeschränkt werden soll, desto wichtiger ist eine fachlich berechnete Fütterung.

Und Haylage?

Bei Haylage wird die Trockensubstanz noch wichtiger.

Haylage enthält mehr Wasser als Heu. Deshalb muss davon in Kilogramm meist mehr gefüttert werden, um dieselbe Menge Trockensubstanz zu erreichen. Nur das Gewicht auf der Waage zu vergleichen, führt deshalb schnell zu falschen Schlüssen.

Wie finde ich die richtige Menge für mein Pferd?

Die passende Raufuttermenge hängt von mehreren Punkten ab:

  • Körpergewicht - wichtig: das Idealgewicht! 
  • Alter
  • Bewegung und Arbeitsleistung
  • Haltung und Weidegang
  • Gesundheitszustand
  • Effektiver Energie- und Nährstoffbedarf
  • Qualität und Trockensubstanz des Raufutters
  • Inhalts- und Nährstoffe des Raufutters (z.B. Energie-, Protein-, Zucker-, Fruktan- und Rohfasergehalt, Verdaulichkeit etc.)

Eine Faustregel kann deshalb immer nur der Anfang sein. Wer wirklich wissen möchte, ob sein Pferd passend versorgt ist, sollte Pferd, Futtermenge und Raufutterqualität zusammen betrachten.

Heu wiegen ist gut. Heu kennen ist besser.

Natürlich ist es sinnvoll zu wissen, wie viele Kilogramm Heu im Netz oder in der Raufe liegen. Viele Pferdebesitzer verschätzen sich beim Gewicht deutlich. Aber die Waage beantwortet eben nur das Wie viel. Sie beantwortet nicht: Wie viel Energie bekommt es damit? Wie viel Protein? Wie viel Zucker? Wie viel Rohfaser? Und passt dieses Heu überhaupt zu meinem Pferd?

Genau deshalb ist Heu nicht einfach Heu. Art- und bedarfsgerechte Fütterung bedeutet nicht wie viel sondern wie viel von welchem Heu braucht mein Pferd effektiv?

Für mehr Sicherheit beim Füttern: Art- und bedarfsgerechte Pferdefütterung.

Ideal für alle, die mehr über das gesunde sowie auch über das kosteneffiziente Futtermanagement wissen möchten. Für ein unauffälliges Verhalten vom Pferd, niedrigere Tierarztkosten und mehr Spass mit deinem Pferd in der Freizeit.

LERNINHALT
Optimiertes Futtermanagement für gesunde Pferde im Stall. Passende Futtersysteme, um Fressverhalten und Nährstoffaufnahme zu verbessern. Passendes Raufutter für verschiedene Pferdetypen.

LERNMITTEL
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Weitere Informationen: www.bestofhorsehay.com

Unser Expertenforum: https://www.bestofhorsehay.com/forum/hilfe-1

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BEST OF HORSE HAY, Corinne Hauser 24. August 2026
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