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Wie lagere ich Pferdeheu richtig?

Qualität bis zur Verfütterung erhalten.
20. August 2026 durch
BEST OF HORSE HAY, Corinne Hauser

Nachhaltiger Umgang mit dem Erntegut
Wer gutes Pferdeheu einkauft oder selbst produziert, möchte natürlich, dass diese Qualität auch über den Winter erhalten bleibt. Die Lagerung wird oft unterschätzt. Denn auch einwandfreies Heu kann im Lager Schaden nehmen – durch Feuchtigkeit, Kondenswasser, mangelnde Luftzirkulation und Hygiene oder eine zu hohe Restfeuchte beim Einlagern.

Hygiene auf dem Tenn
Ein sauberer Lagerort gehört zur Nachhaltigkeit dazu. Staub, altes Futter, Schmutz, Vogelkot können die hygienische Qualität des Heus beeinträchtigen. Vor der Einlagerung sollte der Lagerort deshalb gründlich gereinigt und vollständig trocken sein. Auch während der Lagerzeit lohnt es sich, verschüttetes Heu und Verunreinigungen regelmässig zu entfernen. Besonders wichtig: Katzen- und andere Tierexkremente haben im Heulager nichts verloren.

Nur trockenes Heu einlagern
Entscheidend für die Lagerfähigkeit ist die Trockensubstanz (TS). Lagerfähiges Heu sollte mindestens etwa 85–88 % TS aufweisen, also höchstens rund 12–15 % Restfeuchte. Je länger das Heu gelagert werden soll, desto wichtiger ist eine ausreichend gute Durchtrocknung. Gerade bei Grossballen darf man sich dabei nicht nur auf den äusseren Eindruck verlassen. Ein Ballen kann sich aussen trocken anfühlen und im Inneren trotzdem noch feuchtere Stellen haben. Solche Feuchtenester sind problematisch: Mikroorganismen können sich vermehren, der Ballen erwärmt sich und im ungünstigsten Fall beginnt das Heu zu verderben.

Frisches Heu im Auge behalten
Frisch gepresstes Heu ab Feld ist nicht einfach „fertig“. Nach dem Einlagern laufen im Ballen noch Prozesse ab, bei denen Wärme entstehen kann. Eine leichte Erwärmung ist deshalb nicht ungewöhnlich. Wichtig ist, dass sich diese Wärme nicht weiter aufbaut. Vor allem frisch eingelagerte Ballen sollten in den ersten Tagen und Wochen regelmässig kontrolliert werden. Fühlt sich ein Ballen auffällig warm an, riecht ungewöhnlich oder zeigt feuchte Stellen, sollte man genauer hinschauen.
Grundsätzlich gilt: Je feuchter Heu eingelagert wird, desto grösser ist das Risiko für Verderb und Selbsterhitzung.

Trocken lagern – aber nicht luftdicht
Wir treffen oft an, dass das Heu mit einer Plane abgedeckt wird, im guten Glauben es vor Feuchtigkeit zu schützen. Ein Heulager muss in erster Linie vor Regen und anderer Feuchtigkeit schützen. Gleichzeitig sollte die Luft zirkulieren können.
Ein komplett geschlossener Raum ist deshalb nicht automatisch ideal. Wenn sich darin Feuchtigkeit staut oder sich an Dach und Wänden Kondenswasser bildet, kann auch trocken eingelagertes Heu wieder Feuchtigkeit aufnehmen.

Ein gutes Heulager ist 

  • besenrein
  • trocken, 
  • gut belüftet und 
  • möglichst frei von Kondenswasser.

Abstand zum Boden und zu feuchten Wänden
Heuballen gehören nicht direkt auf Beton oder Erde. Gerade bei Betonböden kann Feuchtigkeit zum Problem werden. Oft merkt man das erst, wenn die unterste Lage der Ballen bereits feucht geworden ist. Paletten oder eine geeignete Unterkonstruktion schaffen Abstand zum Boden und verbessern gleichzeitig die Luftzirkulation. Auch direkt an eine kalte Aussenwand würde ich Heu nicht stapeln. Ein kleiner Abstand hilft, damit Luft zirkulieren kann und mögliche Feuchtigkeit nicht direkt auf die Ballen übergeht.

Nicht einfach jeden freien Zentimeter ausnutzen
Natürlich möchte man den vorhandenen Lagerraum möglichst gut nutzen. Trotzdem ist es nicht sinnvoll, Heu so dicht einzustapeln, dass weder Luft zirkulieren noch einzelne Ballen kontrolliert werden können. Vor allem bei frisch eingelagertem Heu sollte Wärme entweichen können. Ausserdem ist es praktisch, wenn man auch später noch an verschiedene Chargen herankommt und nicht erst das halbe Lager ausräumen muss.

Für die laufende Kontrolle braucht es nicht immer aufwendige Technik. Vieles lässt sich mit den eigenen Sinnen feststellen. Wie riecht das Heu? Ist der typische Heugeruch noch vorhanden oder riecht es muffig, modrig oder gärig? Gibt es dunkle oder feuchte Stellen? Staubt es ungewöhnlich stark? Fühlen sich einzelne Ballen feucht oder warm an?

Wer grössere Mengen lagert, kann zusätzlich mit Feuchtemessgerät oder Temperatursonde arbeiten. Gerade bei neuen Lieferungen oder frisch eingelagerten Grossballen kann das sehr hilfreich sein.

Plane darüber – Problem gelöst?
Nicht unbedingt. Eine Plane hält zwar Regen ab, kann aber gleichzeitig dafür sorgen, dass Feuchtigkeit nicht mehr entweichen kann. Unter einer luftundurchlässigen Abdeckung kann sich Kondenswasser bilden – und genau das möchten wir beim Heu vermeiden. Muss Heu abgedeckt werden, sollte deshalb auch auf genügend Abstand und Unterlüftung geachtet werden.

Alte Bestände zuerst verfüttern
Wenn die neue Ernte kommt, stehen häufig noch Ballen vom Vorjahr im Lager. Sind diese hygienisch einwandfrei, sollten sie möglichst zuerst verfüttert werden. Es lohnt sich deshalb, bereits beim Einlagern etwas vorauszudenken. Wer die neue Ernte einfach vor die alten Ballen stellt, kommt später vielleicht monatelang nicht mehr an die Restbestände heran.

Und wenn das Heu muffig oder schimmelig geworden ist?
Dann gehört es nicht einfach unter gutes Heu gemischt, damit es noch „wegkommt“. Es wird auch mit bedampfen nicht besser... Schimmel ist erst in einem sehr fortgeschrittenen Stadium per Auge sichtbar. Ein muffiger Geruch, feuchte oder verklebte Stellen und auffällig starke Staubentwicklung sind Warnzeichen. Gerade Pferde reagieren empfindlich auf Staub und eine erhöhte mikrobielle Belastung des Futters. Das ist auch der Grund, warum die Heulagerung zur Qualitätssicherung gehört. Es reicht nicht, bei der Ernte oder beim Einkauf auf gutes Heu zu achten. Wir müssen diese Qualität bis zur Verfütterung erhalten.

Mein Tipp vor der nächsten Heulieferung

Bevor die Ballen kommen, lohnt sich ein kurzer Rundgang durchs Lager: 

  • Ist der Lagerraum (Boden und Wände) sauber und trocken? 
  • Sind genügend Paletten vorhanden? 
  • Gibt es feuchte Stellen an den Wänden? 
  • Kann Luft zirkulieren? 
  • Und komme ich später noch an die älteren Ballen heran? 

Das sind einfache Dinge. Aber genau sie entscheiden oft darüber, ob gutes Pferdeheu auch nach mehreren Monaten noch gutes Pferdeheu ist.

Wir informieren in unseren Videos und Skripten über die optimale Produktion bis zur Verfütterung.

Weitere Informationen: www.bestofhorsehay.com
Unser Expertenforum: https://www.bestofhorsehay.com/forum/hilfe-1
Unsere Kurse: https://www.bestofhorsehay.com/shop

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BEST OF HORSE HAY, Corinne Hauser 20. August 2026
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