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Ist Heu oder Haylage gesünder?

Fachliche Einordnung zweier Raufutteroptionen
3. August 2026 durch
BEST OF HORSE HAY, Corinne Hauser

Fachliche Einordnung zweier Raufutteroptionen für das Pferd

Die Frage, ob Heu oder Heulage die „bessere“ Raufutterquelle für Pferde darstellt, wird in Praxis, Social Media und Fachkreisen intensiv diskutiert. 

Es ist bedenklich, dass diese Frage erst dann auftritt, wenn Pferde bereits chronische Atemwegserkrankungen haben. Denn es gilt grundsätzlich für alle Pferde:

Die fachliche Frage „Heu oder Heulage – was ist besser?“ lässt sich nicht mit einem einfachen „entweder–oder“ beantworten. Heu und Heulage sind beide grundsätzlich wertvolle Raufutterquellen, deren Eignung sich aus einer Kombination von Staub-, Sporen- und Endotoxinlast, Futterhygiene, Lagerungsbedingungen, Kohlenhydratgehalten und dem individuellen Gesundheitsstatus des Pferdes ergibt.

Die Diskussion kommen immer in Zusammenhang mit Pferden, die bereit eine Vorgeschichte haben, meist eine sehr lange. Wie akuter husten oder sogar mit chronischen Atemwegserkrankungen wie equinem Asthma sowie auch bei stoffwechselkranken oder rehegefährdeten Tieren, für die die Staubbelastung und Kohlenhydratgehalt des Futters zentrale Parameter sind. Jedoch auch für alle anderen - noch - unauffälligen Pferde gelten die gleichen Aspekte. Wer weiss, wie lange es braucht bis eine chronische Erkrankung besteht oder eine Allergie sich entwickelt, sollte sich schon frühzeitig mit der Raufutterqualität im Ganzen befassen. Denn Sorgfalt ist immer besser als "defektes" reparieren zu wollen.

Wir haben zentrale Aspekte aus wissenschaftlichen Studien zusammengefasst und ordnen verbreitete Vorurteile in den aktuellen fachlichen Kontext ein.

Heu und Heulage/Haylage 

Herstellungsunterschiede und physikalische Eigenschaften

KriteriumHeulage / HaylageHeu
Staubentwicklungdeutlich geringerhöher
Schimmel‑/Bakterien-belastung (bei intakter Verpackung)meist deutlich niedriger direkt nach Öffnenvariabel, oft höher
Endotoxine (Atemzone)tendenziell niedriger gemäss Studienmeist höher
Haltbarkeit nach Öffnenbegrenzt (bei Wärme oft 12–24 h)lange, solange trocken und sauber gelagert
Risiko bei mangelhafter LagerungFehlgärung, Qualitätsverlust, erhöhter KeimgehaltSchimmelbildung bei Feuchtlagerung
Wirkung auf Atemwege (leicht erkrankte/gesunde Pferde)oft Reduktion von Entzündungszellen (Neutrophilen)Anstieg der Belastung je nach Qualität möglich, bei dauerhaft schlechter Qualität kann nach einiger Zeit eine Allergie entstehen. 
Wirkung bei hochgradig asthmatischen PferdenDaten positiv für Entzündungsmarker; Lungenfunktionsdaten lückenhaftbei staubigem Heu Risiko für Exazerbation
Praktikabilität im Alltagsehr gut (wenig staub), aber Organisation nötig (Frische nach Öffnen)einfach zu lagern, mehr Handhabung gegen Staub nötig
Fütterungsverträglichkeit (Kot/Packung, Darm)häufiger Kotwasser in Einzelfällen; Mikrobiota ändert sich, wie auch bei allen anderen Futterumstellungen meist stabiler Kotbild, aber qualitativ abhängig
Veränderung bei Futterumstellungen auf Gras 
Risiko Botulismus / Vergiftungen

selten

genauso wie bei Haylage möglich 

Risiko Karies

wissenschaftlich nicht bestätigt


Risiko Übersäuerung

wissenschaftlich nicht bestätigt


Risiko Hufrehe

wissenschaftlich nicht bestätigt


Geeignet für hustende Pferdesehr gute Option weniger geeignet ohne zusätzliche Massnahmen

Damit wird klar, dass konsequente Qualitätskontrolle wichtiger ist als die Grundentscheidung „Heu versus Heulage“: Raufutter, das gut riecht, hygienisch einwandfrei ist, wenig staubt und zur Stoffwechselsituation des Pferdes passt – unabhängig davon, ob es Heu oder Heulage ist – ist improvisierten, nicht geprüften Chargen immer überlegen.

Praktische Empfehlungen

"Noch"-gesunde Pferde

  • Raufutterqualität, dazu gehört auch das Stroh, kontrollieren. 
  • Anhand von Analysen Futtermanagement erstellen
  • Wenn im Stall kein art- und bedarfsgerechtes Raufutter vorhanden ist, das Gespräch suchen bevor das Pferd krank wird.
  • Bei Stallumzug immer das Fütterungsmanagement hinterfragen, so weiss man schon von Anfang an, was das Pferd erwartet und erlebt keine Überraschungen.

Staubsensible oder gelegentlich hustenden Pferde

  • Immer unverzüglich den Tierarzt hinzuziehen. 
  • Sofortmassnahmen bezüglich Haltung und Fütterung vornehmen
  • Haylage probieren, aber nur von verlässlicher Qualität und korrekt gelagert. Nach dem Öffnen zügig verfüttern. 

Rehe‑Risiko

Chronische Atemwegsprobleme

  • Es muss grundsätzlich die Gesamtsituation angepasst werden, dass heisst Haltung und Fütterung .
  • Therapie mit dem fachkundigen Tierarzt festlegen
  • Fütterung wird empfohlen auf Haylage zu wechseln. Es gibt auch kohlenhydratarme Haylage dank eines späten Schnittes.
Man muss das Heu nicht selbst produzieren, um die Gesundheit des Pferdes positiv zu beeinflussen. Wer Raufutter versteht, erkennt Zusammenhänge früher, stellt die richtigen Fragen und trifft bessere Entscheidungen – zum Wohl seines Pferdes.


Weitere Informationen: www.bestofhorsehay.com

Unser Expertenforum: https://www.bestofhorsehay.com/forum/hilfe-1

Unsere Kurse: https://www.bestofhorsehay.com/shop


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BEST OF HORSE HAY, Corinne Hauser 3. August 2026
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