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Hitze und Pferde - was wirklich wissenschaftlich bekannt ist

Nicht die Temaperatur allein ist massgebend.
25. Juni 2026 durch
BEST OF HORSE HAY, Corinne Hauser

Pferde und Hitze: 
Thermoregulation, Risiken und Management im Lichte aktueller Forschung

KOMPAKT: 
Pferde regulieren ihre Körpertemperatur vor allem über Schwitzen und eine verstärkte Hautdurchblutung, sind aber deutlich hitzeempfindlicher als Menschen, insbesondere bei hoher Luftfeuchtigkeit. Bei Arbeit in Hitze werden bis zu 80 % der Energie in Wärme umgewandelt; kann diese nicht über Schweiss verdunsten und die Körpertemperatur steigt schnell auf kritische Werte, was zu Hitzeerschöpfung, Kolik, „Thumps“ und im Extremfall Hitzschlag führen kann. Besonders gefährdet sind Fohlen, alte, übergewichtige, dunkelhaarige Pferde sowie Tiere mit Atemwegsproblemen oder Anhidrose.

Praxisregeln für den Alltag: 

  • Das Training sollte in die kühlen Morgen- oder Abendstunden verlegt und 
  • an Hitze-Index bzw. WBGT angepasst werden
  • Ständiger Zugang zu frischem Wasser, Schatten, guter Belüftung 
  • sowie konsequente Kühlung nach Belastung (kaltes Wasser, Luftzug) sind zentral, 
  • ebenso das frühe Erkennen von Warnsignalen wie schnelle Atmung, starke Schwitzverluste und verzögerte Erholung. 

Abschliessend gilt: Wer Hitze und Luftfeuchtigkeit konsequent ins Management einplant, schützt Gesundheit und Leistungsfähigkeit seines Pferdes nachhaltig.


LANGTEXT:
Pferde besitzen ein hochleistungsfähiges, aber zugleich verletzliches System zur Wärmeabgabe, das sie in gemässigten Bedingungen zu beeindruckenden sportlichen Leistungen befähigt, in Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit jedoch rasch an seine Grenzen stösst. Aktuelle Studien und praxisorientierte Berichte zeigen, dass Pferde bei warmem Klima deutlich schneller überhitzen als Menschen, wobei schon kurze Phasen moderater Arbeit in heisser, schwüler Umgebung kritische Körpertemperaturen erreichen können.

Die wissenschaftliche Literatur zur Thermoregulation belegt, dass Schwitzen und periphere Vasodilatation zentrale Mechanismen darstellen, deren Effektivität jedoch stark von Umweltfaktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind und Strahlungshitze abhängt.

Gleichzeitig wird immer klarer, dass wiederkehrende Hitzewellen im Zuge des Klimawandels das Risiko für hitzebedingte Erkrankungen, Leistungsabfall, Fruchtbarkeitsstörungen und spezifische Probleme wie Anhidrose erhöhen und damit ein evidenzbasiertes Hitzemanagement zur zentralen Aufgabe moderner Pferdehaltung machen.

Physiologische Grundlagen der Thermoregulation beim Pferd

Die Thermoregulation beim Pferd umfasst alle physiologischen Prozesse, mit denen die innere Körpertemperatur trotz schwankender Umweltbedingungen innerhalb eines relativ engen Bereichs gehalten wird. Pferde sind endotherme Tiere und produzieren kontinuierlich metabolische Wärme, die vor allem aus der muskulären Arbeit, der Verdauung und dem Grundumsatz resultiert. Im Ruhezustand liegt die normale Körpertemperatur typischerweise im Bereich von etwa 37,2 bis 38,3 Grad C, wobei individuelle und rassebedingte Variationen möglich sind; bei intensiver Arbeit kann sie kurzfristig deutlich darüber ansteigen, wenn die Wärmeabgabe der Wärmeerzeugung nicht folgen kann. Der Hypothalamus fungiert als zentrales „Thermoregulationszentrum“ und integriert Signale von Thermorezeptoren in Haut, Körperkern und Gehirn, um passende Reaktionen wie verstärkte Schweisssekretion, Hautdurchblutung oder Verhaltensänderungen zu steuern.

Schwitzen als Hauptmechanismus der Wärmeabgabe

Im Unterschied zu vielen anderen Nutztieren, etwa Rindern, nutzen Pferde das Schwitzen als primären Mechanismus der Wärmeabgabe und sind dabei in ihrer Leistungsfähigkeit mit dem Menschen vergleichbar oder sogar überlegen. Bis zu 70 % der überschüssigen Körperwärme können über die Verdunstung von Schweiss abgegeben werden, sofern die Umgebung die Verdunstung zulässt. Im Rahmen intensiver Arbeit können Pferde zwei bis vier Gallonen, also etwa acht bis sechzehn Liter, Schweiss pro Stunde verlieren, was zugleich mit einem erheblichen Verlust an Wasser und Elektrolyten einhergeht.

Die Besonderheit des equinen Schweisses besteht darin, dass er proteinreich ist und unter anderem das Oberflächen-aktive Protein Latherin enthält, das die Verteilung des Schweisses über das Fell verbessert und damit die Verdunstungsfläche vergrössert.

Physiologisch betrachtet wird Schweiss in speziellen Schweissdrüsen der Haut produziert, deren Aktivität sympathisch über cholinerge Fasern gesteuert wird.[ Steigt die Kernkörpertemperatur oder die Hauttemperatur über bestimmte Schwellen, erhöht sich die Schweissproduktion exponentiell, um eine effektive Verdunstungskühlung zu ermöglichen. Die dabei genutzte Verdunstungswärme basiert auf dem physikalischen Prinzip, dass die Phasenänderung von Wasser von flüssig zu gasförmig Energie aus der Oberfläche abzieht und so die Temperatur der Haut senkt. Dieser Prozess ist jedoch auf eine hinreichend niedrige Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung angewiesen, weshalb Pferde in heissen, feuchten und windstillen Umgebungen besonders gefährdet sind, da der Schweiss dann eher vom Fell abtropft statt zu verdunsten.

Hautdurchblutung, Vasodilatation und andere Mechanismen

Neben dem Schwitzen spielt die Veränderung der Hautdurchblutung eine zentrale Rolle in der Thermoregulation des Pferdes. Bei Wärmebelastung kommt es zu einer Vasodilatation der peripheren Blutgefässe, sodass mehr warmes Blut in die Haut gelangt und dort Wärme an die Umgebung abgegeben werden kann. Dieser Prozess wird durch den erhöhten Herzzeitvolumenbedarf im Rahmen der Arbeit ergänzt, sodass die kardiovaskuläre Belastung bei Hitze eine doppelte Funktion besitzt: Aufrechterhaltung der Muskelperfusion und Förderung der Wärmedissipation. Gleichzeitig kann eine Umverteilung des Blutflusses von inneren Organen hin zur Haut auftreten, was bei extremen Bedingungen mit relativer Minderperfusion von Darm und reproduktiven Organen einhergehen und klinisch etwa in Form von Kolik oder Fruchtbarkeitsproblemen sichtbar werden kann.

Ein weiterer, wenn auch im Vergleich zum Menschen geringerer Mechanismus ist die Wärmeabgabe über Atmung und Verdunstung im Respirationstrakt. Pferde können bei hoher Hitze und insuffizienter Schweissverdunstung zu einer Art flacher, schnellen Atmung übergehen, die gewisse Parallelen zum Hecheln bei Hunden und Rindern aufweist, wenngleich dieser Mechanismus beim Pferd deutlich weniger effizient ausgeprägt ist.

Zusätzlich modifizieren Pferde ihr Verhalten zur Thermoregulation, indem sie Schatten aufsuchen, die Aktivität reduzieren, sich an Wind orientieren oder sich zeitlich an kühlere Tagesabschnitte anpassen. Zusammengenommen ergibt sich ein komplexes Zusammenspiel aus physiologischen und verhaltensbezogenen Reaktionen, deren Effizienz jedoch stark von den äusseren Bedingungen abhängt und bei extremen Hitze- und Feuchtigkeitskonstellationen rasch überfordert sein kann.

Hitze, Luftfeuchtigkeit und Trainingsbelastung

Pathophysiologie der WärmeüberlastungUnter arbeitsspezifischen Bedingungen entsteht der überwiegende Teil der Wärme im aktiven Muskelgewebe, wobei Studien zeigen, dass bis zu 80 % der metabolischen Energie während intensiver Belastung in Wärme umgewandelt werden. Diese Wärme muss rasch abgeführt werden, da ansonsten die Kernkörpertemperatur in kurzer Zeit auf kritische Werte ansteigt, die die Funktion von Zellproteinen, Enzymen und Membranen beeinträchtigen.

Forschung zur Thermoregulation von Sportpferden belegt, dass die Rate der Körperwärmespeicherung unter heissen Bedingungen deutlich erhöht ist und die Zeitspanne, bis eine kritische hypothalamische Temperatur erreicht wird, entsprechend verkürzt wird.

Praktische Beobachtungen aus dem Reitsport und der Pferdehaltung zeigen, dass schon etwa 15 bis 20 Minuten moderater Arbeit bei hohen Temperaturen ausreichen können, um Pferde deutlich zu überhitzen, während Menschen unter denselben Bedingungen länger kompensieren können.

Einfluss von Luftfeuchtigkeit und Hitze-Index

Eine zentrale Erkenntnis moderner Forschung und Praxis ist, dass nicht allein die Lufttemperatur, sondern die Kombination aus Temperatur und Luftfeuchtigkeit das Risiko für Wärmeüberlastung bestimmt. Hohe Luftfeuchtigkeit reduziert die Effektivität der Verdunstungskühlung, da die Umgebungsluft bereits stark mit Wasserdampf gesättigt ist und daher weniger Schweiss verdunsten kann. Entsprechend wurde für Pferde der sogenannte Hitze-Index etabliert, der die Lufttemperatur in Grad Celsius mit der relativen Luftfeuchtigkeit in Prozent addiert und so eine einfache, praxisrelevante Einschätzung der thermischen Belastung erlaubt. Werte über etwa 150 gelten als kritisch, da Pferde dann ihre Körperwärme kaum noch über Schweissverdunstung abgeben können und somit auch bei moderater Arbeit rasch überhitzen.

Der internationale Pferdesportverband FEI und verschiedene nationale Verbände nutzen darüber hinaus die Wet Bulb Globe Temperature (WBGT), die neben Temperatur und Luftfeuchtigkeit auch Sonneneinstrahlung und Wind berücksichtigt, um Empfehlungen für Training und Wettkampf in heissem Klima zu geben. Untersuchungen an Trab- und Galopppferden zeigen, dass sich thermoregulatorische Parameter wie Hauttemperatur, Herzfrequenz und Erholungszeit in Abhängigkeit von WBGT signifikant verändern und dass eine strukturierte Hitzeakklimatisation die Leistungsfähigkeit sowie thermoregulatorische Stabilität verbessern kann.

Für die praktische Pferdehaltung bedeutet dies, dass Trainer und Besitzer nicht allein auf das Thermometer achten sollten, sondern die kombinierte Belastung aus Temperatur, Feuchtigkeit, Strahlungshitze und Luftbewegung berücksichtigen müssen.[3][6][23]

Hitzeindex für Pferde
https://madbarn.com/equine-heat-index/?srsltid=AfmBOoqquY3Hb8YOd-RSymZS3zlSPLY3NlAijKNqi9AdxuixysQJh731

Der sogenannte Heat Index, der Temperatur und Luftfeuchtigkeit kombiniert, hilft, das Risiko für Training realistisch einzuschätzen. Der Hitzeindex (HI) ist ein Mass zur Beschreibung der gefühlten Temperatur auf Basis der Lufttemperatur sowie der relativen Luftfeuchtigkeit in schattigen Bereichen. Sie geht auf die Arbeiten des US-Amerikaners Robert G. Steadman aus dem Jahre 1979 zurück.

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Gesundheitliche Gefahren und praktischer Hitzeschutz

Typische Anzeichen für Hitzestress oder einen Hitzschlag sind starkes oder plötzlich ausbleibendes Schwitzen, eine schnelle und flache Atmung, Mattigkeit, blasse Schleimhäute sowie eine Körpertemperatur von über 38,7 °C.
Damit Pferde an heissen Tagen gesund bleiben, brauchen sie jederzeit frisches Wasser, ausreichend Schatten und eine gute Luftzirkulation. Bewegung sollte möglichst in die kühlen Morgen- oder Abendstunden verlegt werden. Steigen die Temperaturen über 30 °C, sollte auf intensive Arbeit möglichst verzichtet werden.
Zur schnellen Abkühlung hat sich wiederholtes Abspritzen mit kühlem Wasser und anschliessendes Abziehen des Wassers mit einem Schweissmesser als besonders wirksam erwiesen. Bei starkem Schwitzen ist zudem eine ausreichende Versorgung mit Elektrolyten wichtig.

Wer den Hitzeindex beachtet, Warnzeichen früh erkennt und die richtigen Massnahmen ergreift, kann das Risiko eines lebensbedrohlichen Hitzeschlags deutlich verringern.


Übersicht — Welche Pferde sind am stärksten von Hitzestress bedroht

Fohlen und junge Pferde  

  • Unreife Thermoregulation, höhere Oberfläche/Masse‑Ratio 
    → schlechtere Wärmeabgabe.

Alte Pferde 

  • Verminderte kardiovaskuläre Reserve, altersbedingte Organ‑ oder
  • Stoffwechselerkrankungen, evtl. verlangsamter Fellwechsel.

Übergewichtige / fettleibige Pferde 

  • Mehr Isolationsgewebe, geringere Wärmeleitfähigkeit, höhere kardiale Belastung.

Pferde mit Atemwegserkrankungen (z. B. Equines Asthma/Heaves) 

  • Eingeschränkte Fähigkeit zur Wärmeabgabe über die Atmung 
    → höhere Belastung bei Hitze.

Pferde mit Stoffwechselerkrankungen (z. B. PPID/Cushing, EMS) 

  • PPID: dichteres Fell/verzögerter Fellwechsel 
    → Überhitzungsanfälligkeit; EMS: Adipositas und 
    metabolische Dysregulation erhöhen Risiko.

Pferde mit Anhidrose (verminderte/fehlende Schweißproduktion) 

  • Verlust des primären Kühlmechanismus 
    → stark erhöhtes Risiko für Hitzeerschöpfung/Hitzschlag.

Dunkel gefärbte Pferde und Tiere mit dichtem Fell 

  • Höhere Absorption von Strahlungswärme; schlechterer Fellwechsel erhöht Risiko.

Schwach trainierte oder deconditioned Pferde 

  • Geringere kardiorespiratorische Reserve, schlechtere thermoregulatorische Effizienz.

Transportierte Pferde / solche in schlecht belüfteten Anhängern 

  • Enge, warme Bedingungen, Stress und fehlende Pausen steigern Hitzeexposition.
  • Pferde kurz nach Klimaverschiebung (z. B. kaltes → heisses Klima, fehlende Akklimatisation) 
  • Fehlende oder unvollständige Akklimatisation erhöht Anfälligkeit (Akklimatisation kann Wochen dauern).


Was tun, wenn Ihr Pferd überhitzt ist?
Wenn der Verdacht aufkommt, dass ein Pferd unter einem Hitzeschlag oder Hitzestau leidet, müssen unverzüglich Massnahmen ergriffen werden. 

Beachte dabei die fünf Grundsätze von SHADE: 

S

STOP

Absteigen und ein schattiger, gut belüfteter Ort umgehend aufsuchen.
Soviel Sattelzeug wie möglich entfernen.

H

HYDRATE

Kühles Trinkwasser bereitstellen

A

APPLY

Kühlmassnahmen: z. B. Ventilatoren, Abspritzen des Pferdes mit einem kontinuierlichen Wasserstrahl, um die Kerntemperatur des Pferdes zu senken. Den Wasserstrahl beim Abspritzen auf die grossen Blutgefässe richten: im Nacken, an der Brust und zwischen den Hinterbeinen, um die Kühlung zu maximieren.

D

DROP

Kühlmassnahmen fortsetzen, bis die Rektaltemperatur des Pferdes sinkt und sich die Vitalzeichen zu stabilisieren beginnen. Den Vorgang nicht unterbrechen, um Schweiss abzuwischen.

E

EMERGENCY (CONTACT)

So rasch wie möglich den Tierarzt, um weitere Anweisungen und eine Behandlung zu erhalten. Eine umgehende tierärztliche Versorgung ist für die Behandlung eines Hitzschlags und zur Vorbeugung möglicher Komplikationen oder Organschäden unerlässlich.


Normale Kühlmechanismen bei Pferden

Um Wärme abzuleiten, nutzen Pferde eine Kombination aus verschiedenen Kühlmechanismen um damit eine normale Körpertemperatur aufrechtzuerhalten (Thermoregulation). Zu diesen Mechanismen gehören 

  • Wärmestrahlung, 
  • Konvektion, 
  • Wärmeleitung und 
  • Schweissverdunstung. 

Wenn diese Mechanismen gestört sind, sind Pferde anfällig für Hitzestress.


Wärmestrahlung:
Wärmestrahlung bedeutet, dass Wärme in Form von elektromagnetischen Wellen zwischen dem Körper des Pferdes (Haut oder Fell) und der Umgebung ausgetauscht wird – ganz ohne direkten Kontakt.
Diese Wärmeabgabe kann mit einer Infrarotkamera sichtbar gemacht werden.

Konvektion:
Konvektion bedeutet, dass Wärme durch die Bewegung von Luft oder Wasser abgegeben wird. Das geschieht zum Beispiel, wenn Wind über die Haut des Pferdes streicht oder beim Einatmen kühle Luft in die Lunge gelangt.
Die Luftbewegung um den Körper ersetzt die warme Luft an der Hautoberfläche durch kühlere Luft und unterstützt so die Wärmeabgabe.
Auch eine stärkere Durchblutung hilft dabei: Sie transportiert die Wärme von den arbeitenden Muskeln an die Körperoberfläche, wo sie an die Umgebung abgegeben werden kann.
Steigt die Atemfrequenz, kann das Pferd zusätzlich Wärme über die Atmung abgeben. Dabei wird die erwärmte Luft in der Lunge ständig gegen kühlere Aussenluft ausgetauscht.

Wärmeleitung:
Wärmeleitung bedeutet, dass Wärme von einer wärmeren auf eine kühlere Oberfläche übertragen wird. Das geschieht zum Beispiel, wenn ein Pferd mit einem nassen Schwamm abgetupft oder mit kaltem Wasser abgespritzt wird.
Ist das Wasser kälter als die Körpertemperatur des Pferdes, wird die Wärme vom Körper an das Wasser abgegeben. Die Wärmeleitung ist deshalb eine der wirksamsten Methoden, um ein Pferd schnell abzukühlen.

Verdunstung:
Pferde gehören zusammen mit Rindern und Primaten (einschliesslich des Menschen) zu den wenigen Tierarten, die sich hauptsächlich durch Schwitzen und die Verdunstung des Schweisses abkühlen. Während körperlicher Belastung geben Pferde rund 70 % ihrer überschüssigen Wärme über die Verdunstung des Schweisses ab – vorausgesetzt, die Luftfeuchtigkeit ist niedrig.
Wie gut diese Kühlung funktioniert, hängt jedoch stark von der Luftfeuchtigkeit ab. Je feuchter die Luft ist, desto schlechter kann der Schweiss verdunsten und desto weniger effektiv wird die Kühlung.
Ein Pferd, das stark schwitzt und von Schweiss tropft, kühlt sich deshalb nicht automatisch besser ab. Nur etwa 5–10 % der Wärme gehen über den abfliessenden Schweiss verloren. Der eigentliche Kühleffekt entsteht, wenn der Schweiss direkt auf der Haut verdunstet. Starkes Schwitzen kann ausserdem zu Flüssigkeitsverlust sowie zu einem Ungleichgewicht der Elektrolyte führen.
Auch über die Atmung geben Pferde Wärme ab. Dabei verdunstet Wasser in den Nasengängen, im Maul und in der Lunge. Die ausgeatmete Luft ist warm und vollständig mit Feuchtigkeit gesättigt, wodurch ebenfalls Wärme abgeführt wird.
Pferde können zwar nicht hecheln wie einige andere Tierarten, ihre Atemfrequenz und das Atemvolumen können sich bei starker körperlicher Belastung jedoch verzehnfachen oder sogar noch stärker ansteigen. Dadurch können sie zusätzlich Wärme abgeben.

Referenzen
Bildquelle Inhalt: https://madbarn.com/equine-heat-index
Brithish Equestrian
Connaught House Vets - Equine
Corolla wild Horse Fund
Eastern Pennsylvania Horse Owners
Equus-Magazine
geniusequestrian
PhD Neely Heidorn
phoenix.equine
Rainbow Equine Hostpital
The Horse

US Equestrian

 © Alle Rechte vorbehalten, BEST OF HORSE HAY, 

Titelbild KI-generiert 

Weitere Informationen: www.bestofhorsehay.com





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